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80’-Traum mit Decksalon unter Deck

Der in vielerlei Hinsicht einzigartige Neubau, der bei der Cyrus-Werft realisiert wird, genügt allerhöchsten Ansprüchen. Das Grundkonzept ist eine schnelle und zugleich luxuriöse Cruisingyacht bequem für kleine wie große Crews. Das Ziel lautet auf die Straße übertragen: komfortables Reisen in der schnellen Limousine. „Wir haben keine Kompromisse zulasten des Handlings zugelassen“, so Tim Ulrich und Immo Lüdeling von beiderbeck designs.


Auffallend breit (5,85 Meter) wird schon klar, wie hoch das Platzangebot über und unter Deck im Kurs steht. Die Länge über alles wuchs im Laufe des Entwicklungsprozesses durch einen Bugspriet von 76 auf 80 Fuß, knapp 24 Meter. Das schafft Unterlieklänge für den 240 Quadratmeter messenden Code Zero auf raumen Kursen. Höher zum Wind segelt die Bd80 mit einer 125-Quadratmeter-Selbstwendefock. Das Groß (173 Quadratmeter) – wie die gesamte Beseglung von Incidences – wird in den Baum gerollt und ist in dessen Mitte geschotet.


So bleibt das Cockpit völlig frei von Fallstricken, denn schier alles scheint versenkt oder versteckt und quasi völlig unsichtbar. Die Fallen laufen in schmalen Streifen unter den gut begehbaren Seitendecks. Magic-Trimm-Zylinder verrichten auf Knopfdruck hydraulisch die Arbeit. Hier hat der beruflich „vorbelastete“ Eigner mit Knowhow und Ideenreichtum in Sachen Steuerungstechnik Pate gestanden, um seine Wünsche Wirklichkeit werden zu lassen.


Das klare Finish in Weiß-metallic, Schwarz und glänzendem Edelstahl besticht durch seine Kühle. Der Komposit-Bau aus Glas- und Kohlefasern mit flachem Aufbau und Karbonrigg von Hall Spars, das viele Details in Schiffsfarben trägt, zeigt auf den ersten Blick sogar einen Renncharakter. Und auch die inneren Werte tragen dem deutschen Auftraggeber Rechnung, nicht so gerne überholt zu werden. Der Hubkiel von APM lässt sich von 2,70 auf 4,40 Meter Tiefgang herablassen. Die Doppelruderanlage von JP3 entspricht der Technologie von Rennziegen zur Weltumseglung. Auch Kleinigkeiten wie der zur Gewichtsersparnis in Titan gehaltene Ankerarm bewegen sich im High-end-Bereich.


Enorm leistungsstark ist es dennoch ein Fahrtenschiff unter anderem mit konventionellem Achterstag sowie im Heck geparktem Beiboot. Der 3,25-Meter-Jettender wird per Hydraulikzylinder in der Großbaumrolle leicht gekrant. Die starken Strukturen hat Gurit (vormals SP Systems) wegen der vollkommen neuartigen Fensteranordnung mit einer aufwendigen FEM-Studie zur Festigkeit berechnet, und deren Bau der selbständige Komposit-Experte Igor Ljubobratovic begleitet. Die Yacht wiegt knapp 36 Tonnen und lässt in punkto Komfort keine Fragen unbeantwortet.


Der Deckssalon hat echten Wohlfühl-Wohnraumcharakter und kann zudem mit einem vollwertigen Innensteuerstand mit Zugang zum Seitendeck aufwarten. Achtern geht er in ein großzügiges und geschütztes Cockpit über, das im Ess- und im Lounge-Bereich exzellenten Sonnenschutz bietet.

Die tief ausgeschnittenen Rumpffenster verraten bereits, wie die Rundumsicht unter Deck erreicht wurde. Die U-förmige Sitzgarnitur für eine große Runde von bis zu zehn Personen ist so angeordnet, dass quasi jeder Platz Weitblick garantiert. Aber auch das Gute liegt so nahe, denn das Interieur in warmen, hellen Flächen, akzentuiert mit hochglanzlackierter Walnuss und Lackoberflächen in der Farbe Moondust, ist für sich allein ein Hingucker. Der Fensterstreifen wird in dezentem Lederbezug fortgesetzt.


Auf gleicher Höhe schmückt eine historische Seekarte das Interieur, deren Motive am Boden nochmals aufgenommen werden. Und zwar als auf Papier vergrößerter Ausschnitt in der Dekoration der Bodenbeleuchtung. Die Furnierplanken sind punktuell durch mehrere Elemente unterbrochen. In der Deckenbeleuchtung werden mit kleinen Spots gar die Sternzeichen der Familienmitglieder abgebildet.
Das Boot hat ein eigenes Logo mit einem Drachen und einer Meerjungfrau. Es ist in der Eignerkabine sowohl auf Segeltuch neben einem Lederpaneel an der Wand aufgebracht als auch in deren Nasszelle als Leuchtzeichen in Bernstein neben gleichfarbigen Lichtstreifen von Yachtlite sichtbar, eine Synergie aus der AG DEUTSCHE YACHTEN. Auch hier wird Individualität großgeschrieben.

Die Kabineneinteilung passt sich flexibel der Besatzung an. Die zwei Einzelbetten lassen sich in beiden achtern liegenden Gästekammern (mit eigenen Nasszellen) zu Doppelbetten zusammenschieben; das obere in der Crewkabine in Pullman-Manier ganz wegklappen. Fährt ein kleines Kind mit, kann die Tür in einen zweiten Rahmen festgestellt und so diese Kabine räumlich dem Elternbereich zugeschlagen werden.


Unter den pfiffigen Details gilt der begehbare Kleiderschrank eher schon als Standard. Die Rückenlehnen im Salon sind zum Essen nach vorne verstellbar. Der Plasma-TV-Bildschirm wird elektrisch aus dem Sideboard geliftet. Nur ein Deckel auf dem Vordeck verrät, dass darunter eine Kiste mit dem gängigsten Werkzeug schnell zur Hand ist. Wegen der bis zum Deck herunterreichenden Fock, die das Sichtfeld einschränkt, blickt eine Kamera vom Bugspriet nach vorn und überträgt das Bild an den Doppel-Steuerstand. In der Heckreling – die gesamte Seereling aus Karbon ist weiß lackiert – wurden die Angelrutenhalter integriert. Direkt unter dem Cockpit befindet sich ein ungewöhnlicher großer Technikraum, dahinter die nach oben zu öffnende Klappe der Dingigarage. Denn am Spiegel neben der ebenfalls hydraulischen Gangway wird die Badeplattform ausgeklappt.


Die Pantry von Miele, die Unterdeckfurler von Reckmann (beide ebenfalls aus der AG DEUTSCHE YACHTEN), auch hier hat der Eigner Wert auf deutsche Zulieferer gelegt, ansonsten bevorzugt europäische, die sich allesamt begeistert zum Projekt bd80 äußern. Die Decksausrüstung stammt von Lewmar und Niro-Petersen, die Flushdeck-Luken von Solimar. Die Sechs-Zylinder-Maschine mit 190 PS von Steyr aus Österreich ist leistungsgewichtsoptimiert. Bei der Umsetzung der Systeme unterstützte der niederländische Consultant Jelmer Wijma die Werft, hinter der Automation bis hin zur Fernüberwachung steht Alewijnse.


Nicht zuletzt im Cockpit, dessen gesamte Aufbaurückwand einschließlich der automatischen Schiebetür verglast ist, wird deutlich wie durchdacht die bd80 konzipiert wurde. Ein Schuhfach nimmt die Stiefel der Besucher auf. Im Kühlfach liegen die Begrüßungsdrinks. Im Handumdrehen sind die Bimini-Streben ausgezogen, und ein Sonnensegel beschattet das gesamte Cockpit einschließlich der großzügigen Sitzinsel, deren Tisch unterwegs im Boden versinkt. Die Werft hatte hiervon ein hölzernes Modell zur Probe erstellt. Das war schon so gemütlich, dass die Baubesprechungen darauf bis tief in die Nacht andauerten.

 

 

 

 

 


 

ISS AWARD
Die bd 80 ist für die ISS Yacht Design Awards in der Kategorie Sail 24m-40m nominiert.

 


 

 

 
   
 
 

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